Seit dem Beginn der Eisenbahnen ist die Magnetschwebetechnik die erste grundlegende Innovation des Systems Bahn. Die deutsche Magnetschnellbahn Transrapid schwebt vollkommen berührungsfrei sozusagen ein Flug in Höhe Null. Die Funktionen Tragen, Führen und Antreiben übernehmen neuartige elektronische und elektrotechnische Komponenten. Der Antrieb erfolgt über einen fahrwegseitigen eisenbehafteten synchronen Langstatorlinearmotor. Im Gegensatz zur japanischen Magnetfahrtechnik kommt der Transrapid - als einzigstes Bahnsystem der Welt - vollständig ohne Räder aus und kann auch im Stand Schweben. Eine mögliche Reisegeschwindigkeit von 500 km/h macht das System gerade für Langstrecken sehr attraktiv. Doch auch für Regionalanwendungen kann der Transrapid wegen seines hohen Beschleunigungsvermögens eingesetzt werden. Die Trassierung kann flexibler als bei konventioneller Rad/Schienen-Technik gestaltet werden und der Bedarf an Grund und Boden ist wesentlich geringer.
Die erste kommerzielle Anwendung des Systems Transrapid wird es Anfang 2003 in der Volksrepublik China geben. Eine ungefähr 40 km lange Magnetfahrstrecke soll den Flughafen Pudong International mit dem Shanghaier Finanzzentrum Lujiazui verbinden.
Aber auch andere Länder sind an den Vorteilen des Transrapid interessiert. Folgende Relationen werden derzeit weltweit für den konkreten Einsatz untersucht [Transrapid International]:
| Region | Streckenführung | Streckenlänge (ca.) |
| Asien | Beijing - Shanghai | 1250 km |
| Flughafen Pudong International - Hangzhou | 210 km | |
| Australien | Sydney - Wollongong - Canberra | 286 km |
| Western Sydney | 38 km | |
| Europa | Randstad (Amsterdam - Schiphol - Den Haag - Rotterdam - Utrecht) | 165 km |
| Zuiderzeelijn (Schiphol - Amsterdam - Groningen) | 187 km | |
| Groningen - Bremen - Hamburg | 293 km | |
| Düsseldorf - Dortmund (Metrorapid) | 88 km | |
| München Stadtzentrum - Flughafen München | 37 km | |
| Nordamerika | Atlanta - Chattanooga | 170 km |
| Baltimore - Washington | 64 km | |
| Chicago - Milwaukee | 127 km | |
| Pittsburgh Airport - Pittsburgh-Greensburg | 69 km | |
| San Diego - Los Angeles - San Francisco | 1.080 km | |
| Las Vegas - Los Angeles | 260 km | |
| Kalifornisches regionales Hochgeschwindigkeitsnetz | 440 km | |
| Orlando - Port Canaveral | 86 km | |
| Südamerika | Rio de Janeiro - Sao Paulo Campinas | 550 km |
Das würde eine Streckenlänge des Transrapidfahrweges von fast 5.400 km weltweit ergeben. Im Vergleich dazu beträgt die Gesamtlänge des heutigen französischen Hochgeschwindigkeitsnetzes (v>=220 km/h) für den TGV etwa 1.600 km.
Der Transrapid ist auch im Gespräch als verkehrliches Rückrat von Zentraleuropa (Eurorapid). Die Untersuchungen zu dieser zukunftsweisenden Hochgeschwindigkeitsverbindung beziehen wichtige europäische Zentren wie z. B. Amsterdam, Hamburg, Berlin, Warszawa, Prag, Wien, Budapest, Krakow ein. Weitergehende Visionen sehen sogar einen Streckenausbau jeweils bis Moskva, Kiev und Thessaloniki vor.
Für Deutschland werden für zwei Regionen der Nutzen des Transrapid mit vertieften Machbarkeitsstudien untersucht. Die Verbindung in München ist eine reine Flughafenanbindung ohne Zwischenhalt. In Nordrhein-Westfalen wird ein höherwertiger Ersatz bzw. Ergänzung zum Regionalverkehr geplant der bis zu zwei Flughäfen integrieren könnte (Metrorapid). Damit könnte es bald nicht mehr ratlos, sondern radlos in die Zukunft der Bahntechnik gehen.